Logitales Magazin

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Zehn Tipps,
wie man eine gute Vorleserin wird.

Eine kleine Anleitung.

Leselänge:

28.07.2020 von Nuriza Kramer.

Hallo liebe Eltern,

Heute möchte ich euch Tipps geben, wie ihr richtig gut, lebendig und interessant aus Büchern vorlesen könnt.

Vorlesen ist für Kinder sehr wichtig. Sie entwickeln ihren Sprachschatz, lernen konzentriert zuzuhören und entwickeln eine große Liebe zu Büchern. Vorlesen fördert bereits zu einem frühen Zeitpunkt die Lesefähigkeiten.

Wählt auf jeden Fall ein Buch aus, dass euren Kindern gut gefällt. So gibt es keine Langeweile.

Mit 10 einfachen Regeln könnt ihr das Vorlesen für die Kinder zu einem Erlebnis machen:

1. Gutes Spielen
Ihr braucht keine Schauspielausbildung, aber ihr solltet Wert darauf legen, dass den kleinen Zuhörern eure „Aufführung“ wirklich gefällt. Das erreicht ihr am besten, wenn ihr euch in die Charaktere hineinversetzt. Wenn ihr möchtet, könnt ihr zusätzlich eure Stimme verstellen, und eure Worte durch Mimik und Gestik unterstützen. Kinder lieben das! Manchmal sprecht ihr dröhnend laut, und manchmal flüstert ihr leise wie ein Mäuschen.

Man muss nicht immer im Sitzen vorlesen. Spielt es euren Kindern vor, wenn eine Figur in der Geschichte rennt oder tanzt. So wird eine Geschichte sehr lebendig und Ihr werdet begeisterte Blicke ernten

2. Spaß am Vorlesen zeigen
So zeigt ihr euren Kindern, dass Bücher mehr sind, als eine Ansammlung von Bildern und Buchstaben. Lest das Buch schon vorher durch und macht euch Gedanken über das „Spiel“. Dabei könnt ihr verschiedene Stimmen ausprobieren und proben. Wenn ihr das Buch gut ausgewählt habt und die Geschichte liebt, wird euer Enthusiasmus beim Vorlesen die Kinder schnell anstecken.

3. Stellt euch die Szene vor
Bilder werden über die Sprache transportiert. Das wussten schon die alten Griechen. Deshalb gab es Geschichtenerzähler, die ein hohes Ansehen genossen.

Stellt euch die Szene bildlich vor. Wenn es in der Geschichte Nacht wird, werdet ihr leiser und ruhiger sprechen. Wenn die Sonne scheint und die Heldin der Geschichte auf einer Wiese herumtollt, werdet ihr fröhlich und mit viel Energie genau das ausdrücken. Lasst einfach eure Fantasie spielen. Wenn eure Heldin traurig ist, darf sie ruhig schluchzen und ein kurzer Blick auf die imaginären Regenwolken an Zimmerdecke wird eure Kinder begeistern. Sie werden nie wieder einen anderen Vorleser haben wollen.

4. Baut euch eine Bühne
Gutes Vorlesen ist fast wie ein kleines Theaterstück. Was benötigt man dazu? Genau, eine Bühne! Mit Kissen und Decken könnt ihr zusammen mit den Kindern eine wunderbare Bühne gestalten. Vielleicht sogar so ähnlich wie auf unserem Bild zu sehen ist.

5. Improvisieren ist erlaubt
Ihr müsst euch natürlich nicht genau an den Buchtext halten. Im Mittelpunkt steht immer der Zuhörer. Wenn ihr merkt, dass die Aufmerksamkeit eures kleinen Publikums nachlässt, dann schmückt die Szene einfach mit euren eigenen Worten aus. Involviert eure Kinder in die Geschichte. Fragen wie „Was sollte die kleine Katze jetzt machen?“ lassen die kleinen Zuhörer schnell in die Geschichte eintauchen.

6. Natürliches Sprechen
Wenn ihr euch mal verhaspelt, ist das überhaupt nicht schlimm. Ihr müsst auch nicht besonders deutlich sprechen. Eure Kinder verstehen euch im Alltag auch sehr gut. Sprecht einfach natürlich, dann wird euch selber das Vorlesen Spaß machen. Besonders, wenn ihr die begeisterten Reaktionen eurer Kinder bemerkt. Und nicht vergessen: Übung macht den Meister!

7. Gefühle sind erlaubt
Die Gefühle eurer Helden sollten zu hören sein. So ein lebendiges und emotionales Vorlesen wird euch beim ersten Mal wahrscheinlich komisch vorkommen, aber euere Kinder werden es lieben.
Schämt euch nicht, Gefühle zu zeigen. Weinen, lachen, denken, kann man prima und sehr einfach spielen. Überwindet eure Blockade und grunzt, schreit, pfeift, heult oder bellt, wenn es in der Geschichte vorkommt. Je lebendiger, desto besser!

8. Lasst euch unterbrechen
Wenn Kinder Fragen haben, umso besser! Das ist ein sicheres Zeichen, dass eure Darbietung den Kindern gefällt. Sie nehmen an der Geschichte teil und versetzten sich in die Welt des Buches. Klasse! Auch nach der Geschichte, die sich natürlich über mehrere Tage erstrecken darf, ist es schön, wenn man noch einmal über die Charaktere und die Geschichte redet.

9. Lasst euch Zeit – seid geduldig – werdet kreativ
Oft wird eure „Aufführung“ den Kindern so gut gefallen, dass sie immer wieder dieselbe Geschichte hören wollen. Das ist eine gute Gelegenheit, die Geschichte anders zu spielen, den Namen eures Kindes in die Geschichte einzubauen, oder sich ein anderes Ende auszudenken. Oder bei einer Schlüsselszene innehält und die Kinder die Szene spielen lässt.

10. Nach Inspiration suchen

Wie setzte ich diese Tipps für mich nun um? Kein Problem. Hört einfach einige Hörspiele- und Bücher an und achtet darauf, wie es die „Profis“ machen. Probiert es danach selbst mal in einem stillen und entspannten Moment aus. Ihr werdet feststellen, dass diese Art des Erzählens gar nicht so schwer ist. Mit jedem Vorlesen werdet ihr außerdem euere Erzähltechnik verbessern.


Vorlesen ist ein tolles Gemeinschaftserlebnis. Wenn euch das Vorlesen Spaß macht, wird es auch euren Kindern unglaublich gut gefallen.

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